Als Mikrokalk bezeichnen wir kleinste Verkalkungen im Brustdrüsengewebe, die eine Größe bis zu 0,2 mm aufweisen. Diese Verkalkungen sind nur in der Mammographie sichtbar. Mikrokalk kann im Rahmen entzündlicher, degenerativer sowie mechanischer Schädigungen oder bei stoffwechselbedingten Veränderungen auftreten. Zum einen kann Sekret oder kalziumhaltige Flüssigkeit (Kalkmilch) verkalken, zum anderen verkalken geschädigte Zellen in den Milchgängen.
Mikrokalk tritt sowohl bei gutartigen Veränderungen in der Brust, als auch bei bösartigen Brusterkrankungen oder deren Vorstufen auf. Gutartige Veränderungen, bei denen Mikrokalk häufig nachzuweisen ist, sind die fibrozystische Mastopathie mit Kalkmilchzysten und die Adenose. Auch Fibroadenome (gutartige Knoten im Drüsengewebe) können verkalken. Bösartige Erkrankungen der Brust, die Mikrokalk in der Mammographie zeigen können, sind die Krebsvorstufe im Milchgang, das so genannte duktale in situ-Karzinom, und das Milchgangskarzinom (invasiv duktales Karzinom). Dabei sind die befallenen Milchgänge mit Tumorzellmassen ausgefüllt. Im Zentrum dieses Zellhaufens sterben einzelne Zellen ab (Nekrose), die dann verkalken können.
An Hand von Form, Anzahl und Verteilung der Mikroverkalkungen im Brustdrüsengewebe kann der untersuchende Arzt Rückschlüsse auf die zugrunde liegende Erkrankung ziehen.
